Zupfkuchen war für mich lange ein Kuchen, den ich eher links liegen ließ – zu süß, zu trocken, irgendwie zu altmodisch. Doch das hat sich geändert, als ich ihn vor ein paar Jahren zum Geburtstag meines Partners gebacken habe. Seitdem ist dieser klassische Zupfkuchen zu einem unserer Favoriten geworden. Besonders, weil ich ihn etwas leichter gemacht habe – weniger Fett, aber voller Geschmack. Wenn du nach einem unkomplizierten, ehrlichen Kuchen suchst, der Gäste beeindruckt und trotzdem alltagstauglich bleibt, ist dieser Zupfkuchen genau das Richtige.

Table of Contents
Rezeptübersicht & warum du diesen Zupfkuchen lieben wirst
Dieser Zupfkuchen vereint alles, was einen klassischen Käsekuchen ausmacht – und setzt noch einen drauf. Die Quarkfüllung ist cremig, leicht vanillig und nicht zu süß. Der dunkle Mürbeteig bringt mit seinem Kakaogeschmack eine angenehme Tiefe und etwas Biss ins Spiel. Die typische „Zupfoptik“ entsteht durch grob verteilte Teigstücke auf der Quarkmasse – rustikal, aber charmant.
Wenn du Zupfkuchen bisher nur vom Bäcker oder aus dem Kühlregal kanntest, wirst du überrascht sein, wie einfach du ihn selbst backen kannst – mit Zutaten, die du vermutlich schon zu Hause hast. Außerdem: Dieses Rezept verzichtet auf unnötige Zusätze und ist etwas fett- und zuckerreduziert – ohne dass es jemand merkt.
Zutaten & Alternativen für deinen Zupfkuchen
Ein guter Zupfkuchen braucht keine exotischen Zutaten – das macht ihn so zugänglich. Dennoch kannst du mit kleinen Anpassungen Aroma und Konsistenz beeinflussen.
Mürbeteig (Boden & Zupfen)
- 300 g Weizenmehl (Typ 405)
- 30 g Backkakao (ungesüßt)
- 2 TL Backpulver
- 150 g Zucker (alternativ: 130 g Erythrit)
- 1 Pck. Vanillezucker
- 1 Ei (Größe M)
- 150 g Butter oder Margarine (weich)
Tauschoptionen: Für eine vegane Variante kannst du das Ei durch 3 EL Apfelmus ersetzen und pflanzliche Margarine verwenden. Wenn du weniger Zucker möchtest, funktioniert Erythrit sehr gut – einfach im gleichen Verhältnis verwenden.
Füllung (Quarkcreme)
- 150 g Butter (zerlassen, abgekühlt)
- 500 g Magerquark
- 200 g Zucker (oder 170 g Erythrit)
- 1 Pck. Vanillezucker
- 3 Eier
- 1 Pck. Vanillepuddingpulver
Alternativen: Statt Puddingpulver kannst du 30 g Speisestärke mit echter Vanillepaste oder Vanillemark ersetzen. Wenn du es etwas sahniger magst, nimm Quark mit 20 % Fett.
Diese Ausrüstung brauchst du für deinen Zupfkuchen
Du benötigst keine Profi-Küche, um diesen Zupfkuchen zu backen. Alles, was du brauchst, hast du wahrscheinlich schon:
- Springform (Ø 26 cm)
- Rührschüsseln (für Teig & Füllung)
- Handmixer oder Küchenmaschine mit Knethaken
- Schneebesen
- Teigrolle
- Frischhaltefolie
- Kuchenrost
Wenn du keine Springform hast, kannst du auch eine runde Backform mit ähnlichem Durchmesser nutzen – achte dann besonders auf den Randaufbau.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zupfkuchen backen
Folge diesen Schritten für einen saftigen, goldbraun gebackenen Zupfkuchen mit perfektem Verhältnis zwischen Teig und Füllung.
Schritt 1 – Mürbeteig vorbereiten
Vermische Mehl, Backkakao und Backpulver in einer großen Schüssel. Gib Zucker, Vanillezucker, Ei und die weiche Butter dazu. Verarbeite alles mit den Knethaken deines Mixers zu einem glatten Teig. Wickel den Teig in Frischhaltefolie und stelle ihn für 30 Minuten in den Kühlschrank. Das verbessert die Formbarkeit und verhindert, dass der Teig beim Backen zu weich wird.
Schritt 2 – Quarkfüllung anrühren
Während der Teig kühlt, zerlasse die Butter und lasse sie etwas abkühlen. Gib Quark, Zucker, Vanillezucker, Eier und das Puddingpulver in eine Rührschüssel. Füge die Butter hinzu und verrühre alles mit einem Schneebesen zu einer glatten, homogenen Masse.
Schritt 3 – Boden und Rand formen
Heize den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vor. Fette die Springform leicht oder lege sie mit Backpapier aus. Rolle knapp die Hälfte des Mürbeteigs aus und lege damit den Boden der Form aus. Forme aus einem weiteren Drittel des Teigs eine Rolle und drücke sie an den Innenrand der Springform – etwa 2 cm hoch.
Schritt 4 – Füllen und „zupfen“
Fülle die Quarkmasse gleichmäßig in die Form und streiche sie glatt. Zupfe den restlichen Teig in kleine Stücke und verteile sie gleichmäßig über die Füllung – das ergibt die typische Zupfkuchen-Optik.
Schritt 5 – Backen & Abkühlen
Backe den Zupfkuchen im unteren Drittel des Ofens etwa 60 Minuten. Wenn die Oberfläche gegen Ende zu stark bräunt, lege vorsichtig ein Stück Alufolie über den Kuchen. Lass ihn anschließend in der Form auf einem Kuchenrost vollständig abkühlen – am besten über Nacht im Kühlschrank, damit die Füllung richtig fest wird.

Warum dieser Zupfkuchen funktioniert
Dieses Rezept funktioniert, weil es auf bewährte Techniken und ausgewogene Zutaten setzt. Der gekühlte Mürbeteig bleibt formstabil und wird herrlich mürbe. Das Puddingpulver in der Füllung sorgt für zuverlässige Bindung, während die zerlassene Butter eine feine, cremige Textur erzeugt. Durch das Zupfen des Teigs entstehen abwechslungsreiche Texturen – mal knusprig, mal weich.
Außerdem vermeidest du typische Käsekuchen-Probleme: kein Einreißen, keine matschige Mitte, kein Durchweichen. Der Kuchen ist robust und verzeiht kleine Ungenauigkeiten – ideal auch für weniger geübte Bäckerinnen und Bäcker.
Backtipps & Variationen für deinen Zupfkuchen
- Geschmack intensivieren: Gib etwas lösliches Espressopulver in den Teig – das hebt das Schokoaroma.
- Fruchtig auffrischen: Hebe Kirschen oder Heidelbeeren unter die Quarkmasse für mehr Saftigkeit.
- Mini-Version: Backe den Zupfkuchen in einer Muffinform (Backzeit: 20–25 Minuten).
- Würzige Note: Eine Prise Zimt oder Tonkabohne in der Füllung verändert das Aroma dezent, aber wirkungsvoll.
- Zuckerarme Alternative: Erythrit oder Xylit funktionieren problemlos – einfach 1:1 ersetzen.
Aufbewahren, vorbereiten & einfrieren
Du kannst diesen Zupfkuchen wunderbar vorbereiten. Der Teig lässt sich problemlos einen Tag im Voraus herstellen und gekühlt lagern.
Im Kühlschrank bleibt der fertige Kuchen 3–4 Tage frisch. Eingefroren (in Stücke geschnitten und luftdicht verpackt) hält er bis zu zwei Monate. Zum Auftauen einfach über Nacht im Kühlschrank lagern. Wenn du ihn lauwarm servieren willst, erhitze ihn bei 150 °C für 10 Minuten im Ofen – aber nicht in der Mikrowelle, sonst wird die Textur gummiartig.
Serviervorschläge & passende Getränke
Serviere den Zupfkuchen mit einem Hauch Puderzucker, frischer Schlagsahne oder Vanillesoße. Er passt hervorragend zu schwarzem Tee, kräftigem Kaffee oder einem Glas Milch. Wenn du Gäste hast, richte ihn auf einer schönen Tortenplatte an und garniere mit ein paar Kakaonibs oder Beeren für visuelle Kontraste.
Ernährung & Allergene beim Zupfkuchen
Dieser Zupfkuchen enthält folgende Allergene: Gluten, Milchprodukte (Laktose), Ei. Er ist daher nicht vegan oder glutenfrei – kann aber mit entsprechenden Alternativen angepasst werden (siehe oben).
Für eine laktosefreie Variante kannst du auf laktosefreien Quark und Butter ausweichen. Vegane Quarkalternativen und Ei-Ersatzprodukte machen den Kuchen sogar rein pflanzlich möglich.
Häufige Fehler beim Zupfkuchen – und wie du sie vermeidest
- Füllung ist zu flüssig: Butter war noch heiß oder Zutaten ungleichmäßig verrührt.
- Kuchen reißt: Ofentür zu früh geöffnet – halte sie während der ersten 40 Minuten geschlossen.
- Teig wird hart: Zu wenig Fett oder zu lange gebacken.
- Matschige Füllung: Nicht lange genug gebacken oder nicht vollständig abgekühlt.
- Bräunung zu stark: Decke den Kuchen im letzten Drittel locker mit Alufolie ab.
Nährwerte pro Stück (geschätzt, bei 12 Stücken)
- Portion: 1 Stück
- Kalorien: ca. 370 kcal
- Zucker: ca. 20 g
- Natrium: ca. 170 mg
- Fett: ca. 21 g
- Gesättigte Fettsäuren: ca. 13 g
- Ungesättigte Fettsäuren: ca. 7 g
- Transfette: < 0,1 g
- Kohlenhydrate: ca. 35 g
- Ballaststoffe: ca. 1 g
- Eiweiß: ca. 8 g
- Cholesterin: ca. 90 mg
Angaben basieren auf Schätzungen mit Standardzutaten.
FAQs rund um Zupfkuchen
Wie erkenne ich, dass der Zupfkuchen fertig ist?
Die Oberfläche sollte goldbraun sein und leicht fest wirken. In der Mitte darf er noch minimal wackeln – er zieht beim Abkühlen nach.
Kann ich den Zupfkuchen einfrieren?
Ja, sehr gut sogar. Schneide ihn in Stücke, verpacke sie luftdicht und friere sie bis zu zwei Monate ein.
Was kann ich statt Puddingpulver verwenden?
Etwa 30 g Speisestärke plus etwas echte Vanille (Mark, Paste oder Extrakt) liefern eine ähnliche Bindung und Geschmackstiefe.
Kann ich den Zupfkuchen mit Dinkelmehl backen?
Ja, ersetze Weizenmehl durch Dinkelmehl Type 630. Beachte: Der Teig wird eventuell etwas fester.
Wie lange hält sich Zupfkuchen im Kühlschrank?
Gut gekühlt hält er etwa 4 Tage – luftdicht abgedeckt, damit er nicht austrocknet.
Fazit: Zupfkuchen selber backen lohnt sich
Dieser klassische Zupfkuchen zeigt, wie einfach Genuss sein kann – mit ehrlichen Zutaten, klaren Schritten und einem Ergebnis, das rundum überzeugt. Ob für Geburtstage, Sonntagssüßes oder einfach als kleine Auszeit: Er passt zu vielen Gelegenheiten und lässt sich leicht abwandeln.
Wenn du ihn einmal selbst gebacken hast, wirst du merken, wie viel besser er schmeckt als die gekaufte Variante – und wie unkompliziert es ist, ihn regelmäßig zu genießen. Also: Back ihn nach, probier deine eigene Version aus und teile sie mit denen, die du gern hast.
Relevantere Rezepte
- Weihnachts-Käsekuchen mit Lebkuchenmännchen: Dieser festliche Käsekuchen kombiniert den klassischen Quarkgeschmack mit winterlichen Gewürzen und einer charmanten Deko aus Lebkuchenmännchen. Wenn du den traditionellen Zupfkuchen liebst, wirst du diese Variante mit weihnachtlichem Flair genießen.
- Maulwurfkuchen mit Weihnachtsäpfeln: Diese kreative Interpretation des klassischen Maulwurfkuchens bringt Schokolade, Vanillecreme und fruchtige Äpfel zusammen – perfekt für Fans von Zupfkuchen, die Schoko und Quark mögen und neue Kombinationen ausprobieren möchten.
- Spekulatius-Apfelkuchen: Mit würzigem Spekulatiusboden und saftiger Apfelschicht erinnert dieser Kuchen geschmacklich an einen herbstlich-winterlichen Zupfkuchen – ideal für alle, die klassische Aromen mit einem Twist lieben.
Zupfkuchen
Ein klassischer Zupfkuchen mit schokoladigem Mürbeteig und einer cremigen Quark-Vanille-Füllung. Der Kuchen ist einfach zuzubereiten, leicht fett- und zuckerreduziert und eignet sich perfekt für besondere Anlässe oder den Sonntagskaffee.
- Prep Time: 45 Minuten
- Cook Time: 60 Minuten
- Total Time: 105 Minuten
- Yield: 12 Stücke
- Category: Kuchen
- Method: Backen
- Cuisine: Deutsch
- Diet: Vegetarian
Ingredients
- 300 g Weizenmehl (Typ 405)
- 30 g Backkakao (ungesüßt)
- 2 TL Backpulver
- 150 g Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 1 Ei (Größe M)
- 150 g Butter oder Margarine (weich)
- 150 g Butter (zerlassen, abgekühlt)
- 500 g Magerquark
- 200 g Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 3 Eier
- 1 Pck. Vanillepuddingpulver
Instructions
- Mehl, Backkakao und Backpulver in einer großen Schüssel vermischen.
- Zucker, Vanillezucker, Ei und weiche Butter hinzufügen und mit Knethaken zu einem glatten Teig verarbeiten.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Währenddessen die Butter für die Füllung zerlassen und abkühlen lassen.
- Quark, Zucker, Vanillezucker, Eier und Puddingpulver mit der Butter in einer Schüssel glatt rühren.
- Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und die Springform (Ø 26 cm) einfetten oder mit Backpapier auslegen.
- Etwa die Hälfte des Teiges ausrollen und in die Form legen.
- Aus dem restlichen Teig eine Rolle formen und als ca. 2 cm hohen Rand an die Form drücken.
- Die Quarkmasse einfüllen und glatt streichen.
- Den restlichen Teig in kleine Stücke zupfen und auf der Quarkmasse verteilen.
- Im unteren Drittel des Ofens ca. 60 Minuten backen.
- Bei starker Bräunung mit Alufolie abdecken.
- In der Form auf einem Gitter vollständig abkühlen lassen.
Notes
- Statt Puddingpulver kannst du 30 g Speisestärke plus Vanillemark verwenden.
- Für eine zuckerärmere Version kann Erythrit 1:1 ersetzt werden.
- Der Teig kann einen Tag im Voraus zubereitet und gekühlt werden.
- Ideal zum Einfrieren: in Stücken, luftdicht verpackt bis zu 2 Monate haltbar.







