Es gibt kaum ein Weihnachtsgebäck, das so sehr Kindheit und Gemütlichkeit verströmt wie Spritzgebäck aus dem Fleischwolf. Der leicht süßliche Duft von gebackener Butter, die mürbe Konsistenz, die auf der Zunge zergeht – und das rhythmische Quietschen des alten Fleischwolfs, das schon beim Zubereiten für Vorfreude sorgt. Dieses traditionelle Rezept ist nicht nur herrlich einfach, sondern liefert ein Ergebnis, das jeder Plätzchendose zur Ehre gereicht: goldbraun, formstabil und perfekt schokoladig am Rand.

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Warum dieses Spritzgebäck aus dem Fleischwolf besonders ist
Der Unterschied liegt in der Methode. Im Gegensatz zum Spritzbeutel, bei dem der Teig oft durch ungleichmäßigen Druck zäh wird, sorgt der Fleischwolf für eine gleichmäßige Verarbeitung. Die Teigschnecke drückt den Teig sanft und konstant durch die Gebäckform, wodurch die typische, zarte Struktur entsteht.
Dazu kommt: Der Teig ist schnell gemacht, muss nicht ausgestochen werden, und die Plätzchen sehen – je nach geformter Figur – immer individuell aus. Du brauchst kein Hightech-Zubehör und auch keine Backerfahrung, nur Lust auf klassische Weihnachtsbäckerei.
Welche Ausrüstung du brauchst
- Fleischwolf mit Gebäckvorsatz (idealerweise Sternscheibe)
- Große Rührschüssel
- Handrührgerät oder Küchenmaschine
- Backbleche
- Backpapier
- Kleiner Topf oder Schale fürs Wasserbad (Schokolade schmelzen)
- Küchentuch oder Frischhaltefolie
- Teigschaber oder Kochlöffel
Zutaten
- 250 g Butter, zimmerwarm
- 250 g Zucker
- 2 Eier (Größe M oder L)
- 1 TL Rum (optional)
- 1 Messerspitze Zitronenabrieb
- 1 Prise Salz
- 100 g gemahlene Mandeln (alternativ Haselnüsse oder Walnüsse)
- 500 g Weizenmehl (Typ 405 oder 550)
- 200 g Zartbitterschokolade (zum Dekorieren)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Teig vorbereiten:
Gib Butter, Zucker, Eier, Rum (wenn verwendet), Zitronenabrieb und Salz in eine große Schüssel. Mit dem Rührgerät cremig schlagen, bis sich alles gut verbunden hat. - Trockene Zutaten einarbeiten:
Die gemahlenen Nüsse und das Mehl hinzufügen. Kurz, aber gründlich zu einem glatten Teig verkneten. Nicht überkneten – der Teig soll geschmeidig, aber nicht elastisch sein. - Teig ruhen lassen:
Forme den Teig zu einer Kugel, wickle ihn in Frischhaltefolie oder decke ihn ab. Mindestens 1 Stunde kalt stellen, idealerweise über Nacht. So entwickelt sich das Aroma, und der Teig wird fester. - Fleischwolf vorbereiten:
Entferne Messer und Lochscheibe – du brauchst nur die Schnecke und den Gebäckaufsatz. Befestige den Fleischwolf stabil an der Arbeitsfläche. - Teig temperieren:
Vor dem Weiterverarbeiten den Teig etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen. Er sollte kühl, aber formbar sein – weder zu hart noch zu weich. - Formen und aufs Blech legen:
Teile den Teig in tennisballgroße Stücke. Gib ein Stück in den Fleischwolf und drehe langsam, gleichmäßig die Kurbel. Die Teigstränge direkt auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Beliebte Formen: S, U, Kringel oder Stangen. - Backen:
Heize den Ofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vor. Backe die Plätzchen für ca. 10 Minuten, bis sie goldgelb werden. Nicht zu lange – sie sollen zart bleiben. - Abkühlen und dekorieren:
Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen. Schokolade über dem Wasserbad schmelzen. Die Enden der Plätzchen eintauchen und auf Backpapier trocknen lassen.
Tipps, Troubleshooting und häufige Fehler
- Teig kommt nicht aus dem Fleischwolf?
Meist ist er zu kalt. Warte weitere 15–20 Minuten – dann sollte er sich geschmeidig verarbeiten lassen. - Plätzchen verlaufen beim Backen?
Wahrscheinlich war der Teig zu weich. In dem Fall hilft eine weitere Kühlzeit vor dem Formen. - Teig reißt beim Kurbeln?
Das passiert oft, wenn zu schnell oder ruckartig gedreht wird. Achte auf gleichmäßige, ruhige Bewegungen. - Tipp für extra Aroma:
Ganze Nüsse vorher kurz im Backofen rösten und dann mahlen – das intensiviert den Geschmack deutlich. - Dekotipp:
Schokolade nicht nur tauchen – du kannst sie auch mit gehackten Pistazien, Nüssen oder einem Hauch Zimt verfeinern.
Ideen für Kombinationen und kreative Varianten
- Mit Gewürzen:
Eine Prise Zimt, Kardamom oder Spekulatiusgewürz im Teig sorgen für noch mehr Weihnachtsduft. - Schoko-Version:
2–3 EL Backkakao unter den Teig rühren und dafür etwa 20 g weniger Mehl verwenden. - Nuss-Upgrade:
Neben Mandeln machen sich auch Walnüsse oder Pistazien gut im Teig. Für feines Aroma unbedingt frisch mahlen. - Serviervorschlag:
Perfekt zu schwarzem Tee, Kaffee oder einem Glas Glühwein – besonders, wenn du die Plätzchen mit dunkler Schokolade kombinierst.
FAQs über Spritzgebäck aus dem Fleischwolf
Kann ich Spritzgebäck aus dem Fleischwolf auch ohne Alkohol machen?
Ja, der Rum ist optional. Du kannst ihn durch Vanilleextrakt oder Vanillezucker ersetzen. Das Ergebnis bleibt angenehm aromatisch.
Mein Spritzgebäck aus dem Fleischwolf verliert die Form – woran liegt das?
Das liegt meist am zu weichen Teig. Achte darauf, dass er vor dem Verarbeiten noch gut gekühlt ist. Formstabilität ist besonders wichtig beim Backen.
Wie bewahre ich Spritzgebäck am besten auf?
In einer Keksdose an einem kühlen, trockenen Ort bleibt es 3–4 Wochen frisch. Den Teig kannst du außerdem gut einfrieren – luftdicht verpackt bis zu 3 Monate.
Fazit
Spritzgebäck aus dem Fleischwolf ist mehr als ein Rezept – es ist ein Stück Familiengeschichte. Der Teig ist schnell gemacht, die Handhabung unkompliziert, und das Ergebnis überzeugt jedes Mal mit zarter Textur und klassischem Geschmack. Besonders das Arbeiten mit dem Fleischwolf macht aus dem Backtag ein kleines Ritual, das Erinnerungen weckt und neue schafft.
Mach dir eine Tasse Kaffee, schnapp dir ein noch warmes Plätzchen – und genieße den Duft und Geschmack echter Weihnachtsfreude.
Weitere passende Rezepte
- Zimt-Nuss-Röllchen: Diese feinen Röllchen mit einer aromatischen Zimt-Nuss-Füllung sind eine herrliche Ergänzung zu klassischem Spritzgebäck. Sie überzeugen durch ihre mürbe Textur und den würzig-süßen Geschmack – ideal für jede Plätzchendose.
- Haselnuss-Nougat-Plätzchen: Wer Spritzgebäck mit Nüssen liebt, wird diese Haselnuss-Nougat-Plätzchen schätzen. Zart gebacken und mit einer cremigen Nougatfüllung – ein Genuss für Nussfans und perfekt zur Weihnachtszeit.
- Heidesand-Plätzchen: Buttrig, mürbe und klassisch – diese traditionellen Heidesand-Kekse passen hervorragend zu Spritzgebäck aus dem Fleischwolf. Ihre zarte Konsistenz und der feine Geschmack machen sie zu einem Dauerbrenner im Advent.
Spritzgebäck aus dem Fleischwolf
Spritzgebäck aus dem Fleischwolf ist ein klassisches Weihnachtsgebäck mit zart-mürber Textur. Der Teig wird durch einen Fleischwolf gedrückt, was eine besonders gleichmäßige Konsistenz ergibt und das Gebäck auf der Zunge zergehen lässt.
- Prep Time: 20 Minuten
- Cook Time: 10 Minuten
- Total Time: 30 Minuten
- Yield: 70 Plätzchen
Ingredients
- 250 g Butter, zimmerwarm
- 250 g Zucker
- 2 Eier (Größe M oder L)
- 1 TL Rum (optional)
- 1 Messerspitze Zitronenabrieb
- 1 Prise Salz
- 100 g gemahlene Mandeln (alternativ Haselnüsse oder Walnüsse)
- 500 g Weizenmehl (Typ 405 oder 550)
- 200 g Zartbitterschokolade (zum Dekorieren)
Instructions
- Butter, Zucker, Eier, Rum (optional), Zitronenabrieb und Salz in eine große Schüssel geben und mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine cremig rühren.
- Gemahlene Nüsse und Mehl hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten.
- Teig zu einer Kugel formen, abdecken und mindestens 1 Stunde, besser über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen.
- Vor der Verarbeitung den Teig etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur anwärmen lassen.
- Fleischwolf vorbereiten: Messer und Lochscheibe entfernen, nur die Schnecke und der Gebäckaufsatz werden verwendet.
- Teig in tennisballgroße Stücke teilen und in den Fleischwolf geben. Langsam und gleichmäßig kurbeln.
- Teigstränge in gewünschte Formen bringen (z. B. S, Kringel, Stangen) und auf mit Backpapier belegte Bleche legen.
- Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Plätzchen ca. 10 Minuten backen, bis sie leicht goldbraun sind.
- Plätzchen vollständig auskühlen lassen.
- Zartbitterschokolade schmelzen und die Enden der Plätzchen eintauchen. Auf Backpapier trocknen lassen.
Notes
- Statt Rum kannst du Vanilleextrakt oder Vanillezucker verwenden.
- Für intensiveren Geschmack Nüsse vor dem Mahlen rösten.
- Teig kann eingefroren werden (bis zu 3 Monate).
- Plätzchen halten in einer Keksdose an einem kühlen, trockenen Ort ca. 3–4 Wochen.
- Für eine Schoko-Version 2–3 EL Kakaopulver unter den Teig mischen und dafür 20 g weniger Mehl verwenden.







