Rinderbrühe ist eine der ehrlichsten Grundlagen der Küche – klar, kräftig, tief im Geschmack. Dieses einfache Grundrezept zeigt dir Schritt für Schritt, wie du aus ein paar klassischen Zutaten eine hausgemachte Brühe zauberst, die jede Instantbrühe alt aussehen lässt. Ob für Suppe mit Einlage, Gulasch oder Risotto – mit einer guten Rinderbrühe steht und fällt der Geschmack deines Gerichts.

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Warum dieses Rinderbrühe-Rezept so gut funktioniert
Hier steckt echtes Handwerk drin: Das Suppenfleisch wird kalt mit Wasser angesetzt, damit sich das volle Aroma in der Brühe entfalten kann. Markknochen und Rinderknochen sorgen für Tiefe und Struktur, während geröstete Zwiebeln und Wurzelgemüse der Brühe ihren runden, leicht süßlichen Fond verleihen. Das langsame Köcheln – mindestens zwei Stunden – lässt alles zusammenfinden. Kein Pulver, keine Zusätze – nur ehrlicher Geschmack.
Der große Vorteil: Du kannst die Brühe gut vorbereiten und einfrieren. Einmal gekocht, hast du eine perfekte Suppenbasis für viele Wochen griffbereit. Ich mache oft gleich die doppelte Menge – denn der Duft, der dabei durch die Küche zieht, macht direkt Lust auf mehr.
Diese Küchenhelfer brauchst du
- Großer Kochtopf (mindestens 5 Liter Volumen)
- Schneidebrett und scharfes Messer
- Schaumkelle zum Abschöpfen
- Feines Sieb oder Passiertuch
- Kleine Schüssel für Gewürze
Zutaten für ca. 4 Portionen
- 2 Zwiebeln (ungeschält, halbiert)
- 3 Schalotten (ungeschält, halbiert)
- 5 Karotten (ungeschält, in walnussgroße Stücke)
- 1/4 Sellerieknolle (geschält, grob zerteilt)
- 1 Kartoffel (ungeschält, in Stücke)
- 1/2 Stange Lauch (gewaschen, grob geschnitten)
- 500 g Suppenfleisch (z. B. Beinscheibe, Brust oder Querrippe)
- 400 g Rinderknochen (z. B. Suppenknochen)
- 2–3 Markknochen
- 3 Lorbeerblätter
- 4 Wacholderbeeren
- 8 schwarze Pfefferkörner
- 1/4 Bund glatte Petersilie
- 3 Zweige frischer Rosmarin
- 4 getrocknete Steinpilze (optional, für mehr Umami)
- Salz (erst zum Schluss), schwarzer Pfeffer und etwas Sojasauce zum Abschmecken
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gemüse vorbereiten
Die Zwiebeln und Schalotten samt Schale halbieren. In einem großen Topf ohne Fett auf der Schnittfläche dunkel rösten – das sorgt für Farbe und Röstaromen. Karotten, Kartoffel und Sellerie waschen (bzw. schälen) und in grobe Stücke schneiden. Lauch gründlich waschen, ebenfalls grob zerteilen. Petersilie und Rosmarin abbrausen, zur Seite legen. - Gewürze abmessen und bereitstellen
Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Pfefferkörner und optional die getrockneten Pilze in eine kleine Schale geben. Wichtig: Diese kommen erst nach dem Abschäumen zur Brühe. Salz kommt ganz zum Schluss, um ein Austrocknen des Fleisches zu verhindern. - Rinderbrühe ansetzen
Gib das gesamte vorbereitete Gemüse, das Suppenfleisch, die Rinderknochen und die Markknochen in einen großen Topf und fülle ihn mit 2,5 Litern kaltem Wasser auf. Nun langsam erhitzen – nicht gleich auf höchste Stufe stellen. - Brühe abschäumen
Sobald die Brühe anfängt zu köcheln, bildet sich graubrauner Schaum an der Oberfläche. Diesen mit der Schaumkelle mehrmals gründlich abschöpfen, bis die Flüssigkeit klar bleibt. Das ist entscheidend für eine klare Brühe. - Würzen und Kräuter hinzufügen
Jetzt kommen die vorbereiteten Gewürze, Petersilie und Rosmarin in den Topf. Die Hitze reduzieren und die Brühe bei kleiner Flamme 2 bis 3 Stunden leise simmern lassen. Sie soll nur leicht blubbern, nicht sprudelnd kochen. - Abseihen und abschmecken
Die fertige Brühe durch ein feines Sieb oder Passiertuch gießen. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und einem kleinen Schuss Sojasauce abschmecken. Fertig ist deine selbstgemachte Rinderbrühe.
Tipps, Troubleshooting und häufige Fehler
- Brühe wird trüb
Meist ist zu starkes Kochen oder ungenügendes Abschöpfen schuld. Immer langsam erhitzen und gründlich den Schaum entfernen – das ist der Schlüssel zu Klarheit. - Geschmack zu flach
Achte auf genug Knochen und Fleisch. Auch das Rösten der Zwiebeln bringt Tiefe. Für mehr Umami helfen getrocknete Pilze oder ein Schuss Sojasauce am Ende. - Zu salzig abgeschmeckt
Kein Problem: Einfach etwas Wasser oder selbstgekochte Gemüsebrühe einrühren, um den Salzgehalt zu senken. - Fettfilm auf der Brühe
Wenn gewünscht, kannst du die Brühe nach dem Abkühlen über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das Fett setzt sich oben ab und lässt sich leicht abschöpfen.
Ideen für Einlagen und Varianten
- Einlagen für Suppe: Grießnockerl, Eierstich, Maultaschen oder klassische Markklößchen.
- Als Basis verwenden für: Risotto (anstelle von Gemüsebrühe), Soßen, Gulasch oder Rindfleischsuppe mit Nudeln.
- Klarere Variante: Für eine Consommé kannst du die Brühe nach dem Kochen mit Eiweiß klären (1 Eiweiß pro Liter Brühe).
- Vegetarische Alternative: Für diesen Geschmack gibt es keinen perfekten Ersatz – aber eine kräftige Gemüsebrühe mit geröstetem Wurzelgemüse ist ein Anfang.
FAQs zur Rinderbrühe
Wie lange muss Rinderbrühe kochen, damit sie richtig aromatisch wird?
Mindestens 2 Stunden – besser sind 3. Je länger du die Brühe leise köcheln lässt, desto mehr Geschmack lösen sich aus Knochen und Fleisch. Achte darauf, dass sie nicht stark kocht, sondern nur leicht simmert.
Was tun, wenn meine Rinderbrühe trüb geworden ist?
Das kann passieren, wenn der Schaum beim Aufkochen nicht gründlich abgeschöpft wurde oder die Brühe zu stark gekocht hat. Für eine zweite Klärung kannst du die Eiweiß-Methode nutzen: 1 Eiweiß pro Liter in die abgekühlte Brühe rühren, aufkochen, dann durch ein Passiertuch filtern.
Kann ich das Suppenfleisch aus der Rinderbrühe weiterverwenden?
Absolut! Es eignet sich gut für einen Rindfleischsalat, Frikadellen, Füllungen oder einfach als Einlage in der Suppe mit etwas Senf serviert. Achte nur darauf, es rechtzeitig herauszunehmen, damit es nicht trocken wird.
Fazit
Wenn der Duft einer frisch gekochten Rinderbrühe durch die Küche zieht, fühlt sich das nach Zuhause an. Diese Brühe ist kräftig, klar und voller Tiefe – genau das, was eine gute Suppenbasis ausmacht. Mit einfachen Zutaten und etwas Geduld entsteht hier ein ehrliches Grundrezept, das sich immer wieder lohnt.
Gönn dir eine Schale pur oder nutze sie als Startpunkt für deine liebsten Gerichte – diese Rinderbrühe wird dein neuer Küchenklassiker.
Weitere passende Rezepte
- Knoblauch-Kräuter-Rinderbraten: Dieser würzige Rinderbraten kombiniert zartes Fleisch mit aromatischen Kräutern und passt hervorragend zu klassischen Beilagen – ideal, wenn du bereits Rinderbrühe auf Vorrat hast und sie für Soßen verwenden möchtest.
- Zart geschmorter Rinderbraten aus dem Ofen: Ein Schmorgericht mit Tiefgang und klassischem Charakter. Der Braten wird langsam im Ofen gegart – perfekt ergänzt mit einer kräftigen Rinderbrühe als Basis für die Sauce.
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Rinderbrühe
Diese klassische Rinderbrühe wird aus Suppenfleisch, Knochen und Wurzelgemüse langsam ausgekocht und ergibt eine klare, aromatische Basis für viele Gerichte. Sie ist perfekt für Suppen, Soßen oder zum Einfrieren als Vorrat geeignet.
- Prep Time: 20 Minuten
- Cook Time: 120 Minuten
- Total Time: 140 Minuten
- Yield: ca. 4 Portionen
Ingredients
- 2 Zwiebeln (ungeschält, halbiert)
- 3 Schalotten (ungeschält, halbiert)
- 5 Karotten (ungeschält, in walnussgroße Stücke geschnitten)
- 1/4 Knollensellerie (geschält, grob zerteilt)
- 1 Kartoffel (ungeschält, in Stücke geschnitten)
- 1/2 Stange Lauch (gewaschen, in grobe Stücke geschnitten)
- 500 g Suppenfleisch (z. B. Beinscheibe, Brust oder Querrippe)
- 400 g Rinderknochen
- 2–3 Markknochen
- 3 Lorbeerblätter
- 4 Wacholderbeeren
- 8 schwarze Pfefferkörner
- 1/4 Bund Petersilie
- 3 Zweige Rosmarin
- 4 getrocknete Steinpilze (optional)
- Salz, Pfeffer und etwas Sojasauce (zum Abschmecken)
- 2,5 L kaltes Wasser
Instructions
- Zwiebeln und Schalotten samt Schale halbieren und in einem großen Topf auf der Schnittfläche ohne Fett dunkel anrösten.
- Karotten, Kartoffel und Sellerie waschen bzw. schälen und in grobe Stücke schneiden. Lauch gründlich reinigen und grob zerteilen.
- Gemüse zusammen mit dem Suppenfleisch, den Rinderknochen und Markknochen in einen großen Topf geben und mit 2,5 L kaltem Wasser aufgießen.
- Langsam erhitzen. Sobald sich Schaum bildet, diesen mit einer Schaumkelle gründlich abschöpfen, bis die Brühe klar bleibt.
- Erst jetzt die Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, optional die Steinpilze sowie Petersilie und Rosmarin hinzufügen.
- Die Brühe bei geringer Hitze 2 bis 3 Stunden leise köcheln lassen. Nicht sprudelnd kochen.
- Zum Schluss die Brühe durch ein feines Sieb oder Passiertuch abseihen.
- Mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Sojasauce abschmecken.
Notes
- Salz erst zum Schluss zugeben, damit das Fleisch beim Kochen nicht austrocknet (Osmose).
- Für extra Klarheit kannst du die Brühe mit Eiweiß klären (1 Eiweiß pro Liter).
- Das ausgekochte Fleisch lässt sich gut für Rindfleischsalat oder Frikadellen weiterverwenden.
- Die Brühe lässt sich portionsweise einfrieren oder einkochen.







