Wenn der erste Frost auf den Fensterscheiben glitzert und die Tage kürzer werden, beginnt in vielen Haushalten die besinnlichste Zeit des Jahres – die Weihnachtsbäckerei. Vielleicht kennst du es auch: Der vertraute Duft von Butter, Haselnüssen und einem Hauch Vanille erfüllt die Küche, während draußen leise Schneeflocken tanzen. Es gibt Gebäck, das mehr ist als nur eine Süßigkeit. Burgenländer Kipferl gehören dazu. Diese mürben Halbmonde haben eine lange Tradition und erinnern an Kindheit, an Heimat, an das Gefühl, angekommen zu sein.
Doch nicht nur zur Weihnachtszeit sind sie ein Genuss. Manche backen sie das ganze Jahr über – weil ihre zarte Konsistenz und die nussige Füllung schlicht unwiderstehlich sind. Vielleicht wirst du nach dem ersten Versuch auch zu diesen Menschen gehören.
Was dich erwartet? Ein Rezept, das sich seit Generationen bewährt hat. Und das Beste: Du brauchst keine Profi-Kenntnisse – nur Lust am Backen, ein wenig Zeit und Freude daran, deine Küche mit einem Stück österreichischer Backkunst zu erfüllen.

Table of Contents
Original Burgenländerkipferl Rezept – Die Zutaten im Überblick
Bevor du loslegst, bereite dir alle Zutaten gut vor. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass alles reibungslos klappt.
Für den Teig benötigst du:
- 250 g Butter
- 125 ml Milch
- 1 Eigelb
- 1 Prise Salz
- 400 g Mehl (glatt)
- 2 EL Staubzucker
- 1 Päckchen Germ (Trockenhefe oder frische Hefe)
Für die Füllung brauchst du:
- 3 Eiweiß
- 150 g Staubzucker
- 200 g geriebene Haselnüsse
Die Kombination aus buttrigem Germteig und luftiger Nussmasse macht die Burgenländer Kipferl so besonders. Und keine Sorge – selbst wenn du noch nie mit Germteig gearbeitet hast, mit dieser Anleitung wird dir alles gut gelingen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gelingen dir Burgenländerkipferl garantiert
1. Teig zubereiten und rasten lassen
Zuerst lässt du die Butter vorsichtig zerlaufen – am besten bei niedriger Hitze, damit sie nicht braun wird. Dann vermengst du die zerlassene Butter mit Milch, Dotter, einer Prise Salz, dem Staubzucker, Mehl und Germ. Du wirst merken: Der Teig ist recht weich, soll aber nicht klebrig sein.
Knete ihn mit den Händen oder der Küchenmaschine gut durch, bis er geschmeidig ist. Dann gibst du ihn in Frischhaltefolie gewickelt für etwa zwei Stunden in den Kühlschrank. In dieser Zeit kann der Teig entspannen, die Hefe beginnen zu arbeiten – das ist wichtig für die spätere Struktur.
2. Füllung vorbereiten
In der Zwischenzeit kannst du die Füllung zubereiten. Schlage die drei Eiweiße mit dem Staubzucker zu einem steifen Schnee. Das dauert ein paar Minuten, aber die Masse soll wirklich fest und glänzend sein. Dann hebst du vorsichtig die geriebenen Haselnüsse unter – am besten mit einem Teigschaber oder Löffel, nicht mit dem Mixer. So bleibt der Schnee luftig, was sich später beim Backen positiv bemerkbar macht.
3. Kipferl formen
Wenn der Teig geruht hat, nimmst du ihn aus dem Kühlschrank und knetest ihn nochmals kurz durch. Dann teilst du ihn in vier gleich große Stücke. Jedes Stück wird etwa 3 mm dünn ausgerollt – achte darauf, dass die Fläche nicht zu klein ist, damit du schöne Kipferl ausstechen kannst.
Streiche nun die Schneemasse gleichmäßig auf die Teigfläche. Rolle den Teig der Länge nach ein, aber nicht zu fest. Du kannst die Rolle anschließend leicht flach drücken.
Nun kommt der besondere Moment: Mit einem Kipferlausstecher oder einem Glas mit halbmondförmigem Rand stichst du kleine Halbmonde aus der Rolle. Platziere sie vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech.
4. Backen und verzieren
Backe die Kipferl bei 170 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 10 bis 12 Minuten lang. Sie sollen hellbraun sein – nicht zu dunkel, sonst verlieren sie ihre zarte Mürbheit. Nach dem Abkühlen kannst du sie großzügig mit Staubzucker bestreuen.
Der Moment, in dem du das erste Kipferl probierst, ist magisch: außen zart, innen weich-nussig, mit einer leichten Süße, die auf der Zunge zergeht.

Lagerungstipps: So bleiben deine Kipferl lange frisch
Du möchtest deine Burgenländer Kipferl auf Vorrat backen oder verschenken? Kein Problem – sie lassen sich wunderbar aufbewahren, wenn du ein paar Dinge beachtest:
- Verwende eine luftdichte Keksdose oder Vorratsbox.
- Lege zwischen jede Kipferlschicht Backpapier, damit sie nicht zusammenkleben.
- Bewahre die Dose an einem kühlen, trockenen Ort auf – nicht im Kühlschrank.
- Die Kipferl bleiben so bis zu 4 Wochen frisch und mürbe.
Ein kleiner Tipp: Nach 2–3 Tagen Lagerung entfaltet sich das Aroma der Nüsse noch besser. Man könnte fast sagen, sie gewinnen mit der Zeit an Charakter.
Tipps & Tricks für besonders gelungene Kipferl
Manchmal sind es kleine Handgriffe, die aus einem guten ein großartiges Backergebnis machen. Hier ein paar Hinweise, die dir helfen, perfekte Kipferl zu backen:
- Nicht zu viel kneten: Ein überkneteter Teig wird zäh. Lieber sanft und gründlich arbeiten.
- Gleichmäßige Dicke: Achte beim Ausrollen darauf, dass der Teig überall etwa gleich dick ist – das sorgt für ein gleichmäßiges Backergebnis.
- Backzeit genau beobachten: Jeder Ofen ist anders. Bleib in der Nähe und nimm die Kipferl raus, sobald sie leicht Farbe annehmen.
- Füllung variieren: Du kannst statt Haselnüssen auch Walnüsse, Mandeln oder Kokos verwenden – je nach Vorliebe.
- Teig nicht warm verarbeiten: Je kühler der Teig beim Formen ist, desto besser lässt er sich handhaben.
Wenn du diese Tipps beherzigst, wirst du mit jeder neuen Ladung Kipferl sicherer – und die Begeisterung bei Familie und Freunden wächst mit jedem Bissen.
Nährwertangaben pro Kipferl (geschätzt)
- Portionsgröße: 1 Kipferl
- Kalorien: ca. 120 kcal
- Zucker: ca. 6 g
- Natrium: ca. 20 mg
- Fett: ca. 7 g
- Gesättigte Fettsäuren: ca. 3,5 g
- Ungesättigte Fettsäuren: ca. 2,5 g
- Transfette: unter 0,1 g
- Kohlenhydrate: ca. 12 g
- Ballaststoffe: ca. 0,8 g
- Eiweiß: ca. 2 g
- Cholesterin: ca. 15 mg
Diese Werte können leicht variieren – je nachdem, wie groß du die Kipferl formst oder ob du alternative Zutaten verwendest.
FAQ – Häufige Fragen zu Burgenländer Kipferl
Wie lange sind Burgenländer Kipferl haltbar?
Wenn du sie richtig lagerst – kühl, trocken, luftdicht verpackt – halten sie problemlos drei bis vier Wochen. Sie verlieren dabei nichts von ihrer Qualität, sondern entwickeln oft ein noch intensiveres Aroma.
Kann ich die Füllung bei Burgenländer Kipferl anpassen?
Natürlich. Mandeln, Walnüsse, sogar Pistazien oder Kokosraspeln lassen sich verwenden. Du kannst auch eine Prise Zimt oder Vanille unter die Nussmasse mischen, um den Geschmack zu verfeinern.
Warum muss der Teig ruhen, bevor ich ihn verarbeite?
Das Ruhen ist entscheidend, damit sich der Teig entspannt. So lässt er sich besser ausrollen und bleibt beim Backen mürbe. Besonders bei Germteig ist diese Phase wichtig für die Entwicklung der Textur.
Fazit
Burgenländer Kipferl sind mehr als ein Keks – sie sind ein Stück österreichischer Genusskultur, das Tradition, Handwerk und Liebe zum Detail in sich vereint. Vielleicht kennst du sie aus deiner Kindheit, vielleicht entdeckst du sie gerade zum ersten Mal. Doch eines ist sicher: Wenn du sie selbst backst, wirst du verstehen, warum sie einen festen Platz in so vielen Keksdosen haben.
Mit diesem Rezept bringst du nicht nur Geschmack in deine Küche, sondern auch ein Gefühl von Geborgenheit. Nimm dir die Zeit, genieße jeden Schritt des Backens und vor allem: Teile die Kipferl mit Menschen, die dir wichtig sind. Es gibt kaum etwas Schöneres, als gemeinsam Gebackenes zu genießen.
Jetzt bist du dran – lass deinen Ofen vorheizen und zaubere dir deine eigene Portion burgenländischer Gemütlichkeit.
Relevantere Rezepte
- Haselnuss-Nougat-Plätzchen: Diese zarten Plätzchen mit intensiver Haselnussnote und cremiger Nougatfüllung sind eine ideale Ergänzung zu den Burgenländerkipferl. Sie vereinen ähnliche Zutaten mit einer neuen Form und einem schokoladigen Extra.
- Pistazien-Plätzchen ohne Mehl: Für Nussliebhaber, die eine glutenfreie Alternative suchen, sind diese feinen Plätzchen mit Pistazien eine spannende Variante – ebenso mürbe, aber mit einer anderen Nussnote und leichter Textur.
- Haferflockenkekse einfach selber backen: Diese Kekse bringen rustikale Aromen und ein leichtes Karamellaroma mit – eine nussige, kernige Alternative zu klassischen Kipferln, die besonders gut zu Tee oder Kaffee passen.
Burgenländer Kipferl
Burgenländer Kipferl sind traditionelle österreichische Halbmonde aus einem mürben Germteig mit luftiger Haselnussfüllung. Sie sind besonders beliebt zur Weihnachtszeit, schmecken aber das ganze Jahr über.
- Prep Time: 120 Minuten
- Cook Time: 12 Minuten
- Total Time: 132 Minuten
- Yield: ca. 2 Bleche
- Category: Kekse & Plätzchen
- Method: Backen
- Cuisine: Österreichisch
- Diet: Vegetarian
Ingredients
- 250 g Butter
- 125 ml Milch
- 1 Eigelb
- 1 Prise Salz
- 400 g Mehl
- 2 EL Staubzucker
- 1 Päckchen Germ
- 3 Eiweiß
- 150 g Staubzucker
- 200 g geriebene Haselnüsse
Instructions
- Butter bei niedriger Hitze zerlassen.
- Mit Milch, Eigelb, Salz, Mehl, Staubzucker und Germ zu einem weichen Teig verkneten.
- Teig in Frischhaltefolie wickeln und 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
- Eiweiß mit 150 g Staubzucker zu steifem Schnee schlagen.
- Geriebene Haselnüsse vorsichtig unter den Eischnee heben.
- Teig aus dem Kühlschrank nehmen, nochmals durchkneten und in 4 Stücke teilen.
- Jedes Stück ca. 3 mm dick ausrollen.
- Mit der Nussmasse bestreichen, einrollen und leicht flach drücken.
- Mit einem Halbmond-Ausstecher Kipferl formen.
- Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
- Bei 170 °C für 12 Minuten hellbraun backen.
- Nach dem Abkühlen mit Staubzucker bestreuen.
Notes
- Statt Haselnüssen können auch Walnüsse oder Mandeln verwendet werden.
- Teig nicht zu lange kneten, um Mürbheit zu bewahren.
- Nach 2–3 Tagen Lagerung entfalten die Kipferl ihr volles Aroma.
- Jede Schicht in der Keksdose mit Backpapier trennen.







